Sekundärer Diabetes

Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse als Ursache für einen Diabetes mellitus wird gewöhnlich der sekundären Diabetes-Form zugerechnet. In Abhängigkeit vom Schweregrad und von der Dauer der Erkrankung kommt es zu vorübergehenden Hyperglykämien oder zur Insulinpflichtigkeit. Neben dem Verlust von Insulin, können auch weitere Verdauungsenzyme in ihrer Funktion beeinträchtigt sein.

Der Begriff umfasst eine große Gruppe von Diabetesformen, die sekundär, also als Folge einer anderen Erkrankung, entstanden sind. Dazu zählen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, aber auch verschiedene genetische Erkrankungen (z. B. Trisomie). Auch der sogenannte MODY (Maturity onset Diabetes in young people) gehört zu der großen Gruppe dieser Diabetesform.

MODY-Diabetes

Diese Diabetesform ist stark vererbt und tritt meist schon in jüngeren Lebensjahren auf (meist vor dem 25. Lebensjahr). Es gibt Formen, bei denen ebenfalls Übergewicht vorliegt, meist liegt jedoch ein Defekt in der Insulinabgabe vor. Beim MODY-Diabetes können verschiedene Gene ursächlich dafür verantwortlich sein. Die Behandlung dieser Diabetesform ähnelt der Therapie eines Typ 1- und Typ 2-Diabetes

Pankreatitis

Die akute Pankreatitis ist eine plötzlich auftretende Entzündung der Bauchspeicheldrüse, infolge von mechanischen Verschlüssen (Gallensteine, Stenosen, Vernarbungen), metabolisch-toxischen Einwirkungen (Alkohol, Diabetes mellitus) oder Infektionen. In 80 % der Fälle wird Alkoholmissbrauch als Ursache beschrieben.

Durch eine vorzeitige Aktivierung von eigenen Verdauungsenzymen wird ein sehr schmerzhafter Selbstverdauungsprozess des Organs eingeleitet. Die akute Pankreatitis kann vollständig abheilen aber auch bei schwerem Verlauf in eine chronische Entzündung übergehen. Die chronische Pankreatitis ist gekennzeichnet durch einen schubmäßig verlaufenden oder kontinuierlichen Entzündungsprozess. Die Zerstörung des Drüsenapparats der Bauchspeicheldrüse äußert sich sowohl in einer fehlenden Sekretion von Verdauungsenzymen (exokrine Insuffizienz), als auch in einer unzureichenden Produktion von Hormonen wie z. B. Insulin (endokrine Insuffizienz). Die eingeschränkte Enzymaktivität im oberen Dünndarm hat Durchfälle und Fettstühle verbunden mit Gewichtsabnahme zur Folge.